Portrait Georg Pardeller
Georg Pardeller - SVP Südtiroler Volkspartei
Gerog Pardeller
„Gerechtigkeit ist nie geschenkt,
sondern immer erkämpft“

Fortschrittswahn wird zur Zwangsjacke für die Jugend

Eine statistische Umfrage unter der Jugend Italiens hat vor wenigen Tagen ergeben, dass die Jugend vom Fortschrittswahn der globalisierten Gesellschaft des „immer mehr, immer schneller" die Nase voll hat. Landtagsabgeordneter Georg Pardeller weist darauf hin, dass in dieser Hinsicht auch der italienische Regierungschef Monti daneben liegt. Er hat es zum Fixpunkt seiner Entwicklungsstrategie für Italien gemacht, die Unsicherheit des Arbeitsplatzes zu vergrößern und davon auszugehen, dass die Jugend ohnehin mehrmals im Leben Arbeitsplatz wechseln wird und den fixen Arbeitsplatz gar nicht mehr will.

„Diese Auffassung ist falsch. Unsere Jugend fühlt und sieht es anders, und es stellt sich die Frage, ob es richtig ist, ihr etwas aufzuzwingen, das sie gar nicht will", erklärt der SVP-Arbeitnehmerabgeordnete Georg Pardeller in einer Aussendung.
84 Prozent der italienischen Jugendlichen ziehen einen sicheren und allenfalls auch weniger gut bezahlten Arbeitsplatz einem unsicheren mit größeren Einkommenschancen vor. 75 Prozent halten von der viel gepriesenen Flexibilität des Arbeitsmarktes nicht sehr viel. Die „Flexibilisierung" des Arbeitsplatzes, die im letzten Jahrzehnt auf die Fahnen der Wirtschaft geschrieben wurde, hat laut Pardeller zu viel mehr Unsicherheit unter der arbeitenden Bevölkerung, vor allem der jungen, geführt. Sicherheit und Stabilität des Arbeitsplatzes stellen für 36 Prozent der Jugendlichen zwischen 18 und 34 Jahren mit Abstand den wichtigsten Aspekt in ihren Lebensperspektiven dar. 70 Prozent der Jugendlichen sind bereit, für einen sicheren Arbeitsplatz auch von zu Hause weg zu gehen, 56 Prozent würden sogar ins Ausland gehen. 91 Prozent würden gerne dort arbeiten, wo sie am Abend wieder nach Hause zurückkehren können.
„Im Wesentlichen zeigt diese Umfrage, dass die Jugend die Zukunft anders sieht als die voran gegangenen Generationen. Sie sehnt sich nach einem festen Arbeitsplatz. Es kommt nun darauf an, ob die heutige Gesellschaft, welche die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen trifft, auf die Wünsche der Jugend Rücksicht nimmt und ihr die Möglichkeit bietet, die eigene Zukunft selbst zu bestimmen, oder ob der Fortschrittswahn für die Jugend zur Zwangsjacke wird. Für eine lineare Entwicklung der Gesellschaft, vor allem der jungen Familie, ist der stabile Arbeitsplatz der ausschlaggebende Faktor. Eine Gesellschaft, welche der Jugend die eigene Familien- und damit die Zukunftsplanung versagt, begeht einen enormen Fehler. Dies gilt auch für Südtirol. Der Flexibilitätswahn unserer Wirtschaftstreibenden hat auch die lokale Gesellschaft schwer erschüttert und in eine Phase der Auflösung getrieben. Das ist es nicht, was unsere Jugend will", schließt Pardeller.
Daher müsse die gesellschaftspolitische Entwicklung auch auf dem Arbeitsmarkt neu entworfen und mit der Jugend eng abgestimmt werden. Die Entwicklung der globalen Gesellschaft gehe auf Dauer sicher nicht in die Richtung des immer mehr, immer schneller, denn diese Hektik zerstöre die in Jahrtausenden gewachsenen Strukturen und die Stabilität der Gesellschaft.

Laut nachgedacht

Es ist eine Anmaßung, wenn sich Wirtschaftsexponenten zu Leitfiguren der Südtiroler Politik hochstilisieren wollen, nachdem die Wirtschaft Jahrzehnte lang sehr gern das Steuergeld vom Land genommen und die gesamte Bevölkerung, vor allem die lohn- und gehaltsabhängigen Werktätigen, damit den Fortschritt der Unternehmer mit bezahlt haben.

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