Portrait Georg Pardeller
Georg Pardeller - SVP Südtiroler Volkspartei
Gerog Pardeller
„Gerechtigkeit ist nie geschenkt,
sondern immer erkämpft“

Jugendarbeitslosigkeit - Die Jugend soll sich wehren

Landtagsabgeordneter Georg Pardeller stellt die Aussagen von Regierungschef Mario Monti zur Langeweile eines lebenslangen Arbeitsplatzes im selben Beruf und im selben Unternehmen in Frage. Ein mehrmaliger Arbeitsplatzwechsel während des Berufslebens ist zwar ein Weg zur persönlichen Erfahrungserweiterung und vielleicht auch Impuls für die Mobilität einer Gesellschaft, aber eine echte Lösung ist es nicht.

Die Jugendarbeitslosigkeit, die auch in Südtirol einen hohen Anteil der Arbeitslosigkeit insgesamt ausmache, sei für die jungen Menschen die Ursache der Verhinderung einer konsequenten Lebensplanung und somit auch Auslösung einer Zerrüttung der gesellschaftlichen Basisstruktur. Darüber hinaus sei die heute weit verbreitete Arbeit nach Zeitverträgen ein Grund für das große Unbehagen unter den jungen Menschen.
„Sie fühlen sich von einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft rücksichtslos ausgenützt, je nach Bedarf hergenommen und weggeworfen. Auf diese Weise wird Arbeit zur Manipulation von Schicksalen und zur Versklavung, abgesehen davon, dass die neue Praxis der Arbeit auf Zeit zu einem Gehalts- und Lohndumping geführt hat, das es in den Jahrzehnten des wirtschaftlichen und sozialen Aufbaus nach dem Kriege noch nie in solchem Ausmaß gegeben hat", sagt Pardeller.
Die Sicherheit und Dauerhaftigkeit des Arbeitsplatzes sei das eigentliche Geheimnis einer erfolgreichen Volkswirtschaft und Beschäftigungspolitik.
„Wenn junge Menschen in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis tätig sein können und aus eigenem Antrieb und Bedarf an Weiterentwicklung mehrmals im Leben den einen sicheren Arbeitsplatz mit einem anderen ebenso sicheren Arbeitsplatz vertauschen, dann ist das ein gutes Zeichen für die flexible und vorwärts strebende Gesellschaft. Wenn der Arbeitsplatzwechsel hingegen aus Gründen des angeblichen Kostensparens seitens der Arbeitgeber erzwungen und vom Gesetz zugelassen wird - ältere Arbeitnehmer werden ausgegliedert, um jüngere, billigere vorübergehend einzusetzen - so ist das ein Zeichen großer sozialer Kälte und gezielter Beschränkung der freien Wirtschaftsentwicklung im Interesse eines egoistischen Gewinnstrebens", erklärt der Abgeordnete.
Nur wenn die Arbeitsplätze von unbefristeter Dauer seien, wären die Werktätigen in der Lage darauf eine verhältnismäßig sichere Familien- und Lebensplanung aufbauen.
„Die Südtiroler Jugend sollte gegen diese Gefahren aufstehen und auf die Straße gehen, und die Wirtschaft muss die Bereitschaft finden, die Kontinuität des unbefristeten Arbeitsplatzes als eine Säule gesunder und gerechter Wirtschaftsentwicklung zu verteidigen", ruft Georg Pardeller auf.

Laut nachgedacht

Es ist eine Anmaßung, wenn sich Wirtschaftsexponenten zu Leitfiguren der Südtiroler Politik hochstilisieren wollen, nachdem die Wirtschaft Jahrzehnte lang sehr gern das Steuergeld vom Land genommen und die gesamte Bevölkerung, vor allem die lohn- und gehaltsabhängigen Werktätigen, damit den Fortschritt der Unternehmer mit bezahlt haben.

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