Weinerlebniswelt: Bitte warten!
Für den Landtagsabgeordneten Georg Pardeller klingt die Realisierung einer Wein-Genusswelt mit unterirdischen Spaziergängen in Girlan zum jetzigen Zeitpunkt wirklich wie purer Hohn. Es gibt viele dringendere Probleme in Südtirol!
„Entweder Erlebniswelt oder etwas sozial Nützliches. Es geht darum, dass in Zeiten wie diesen bestimmte Dinge gar nicht zur Debatte gestellt werden sollten, auch wegen eines gesunden sozialen Schamgefühls, das unsere Gesellschaft noch nicht verloren haben sollte", dies stellt der Arbeitnehmer-Abgeordnete Georg Pardeller fest, nachdem die Landesregierung gestern grundsätzlich der Errichtung einer Weinerlebniswelt in Girlan zugestimmt hat.
Es geht nicht mehr um die Alternative: Man soll nicht Kraut und Rüben oder Leps und Wein durcheinanderbringen, aber das Projekt Weinerlebniswelt in Girlan und dessen beachtliche Finanzierungsansprüche in den Raum zu stellen, erscheint gegenwärtig selbst in Südtirol, wo offenbar noch immer zu viel Steuergeld verfügbar ist, nicht angebracht. Was sollen sich alle jene Menschen denken, vor allem junge, die entweder arbeitslos sind, oder mit Lohn bzw. Gehalt keine sicheren Zukunftsperspektiven haben, was die Rentnerinnen und Rentner, die zusehen müssen, wie die Kaufkraft ihrer kargen Pensionsbezüge von Monat zu Monat abnimmt, was die Frauen, die gezwungen sind, einem Erwerb nachzugehen, um die Familie weiter zu bringen, und nicht wissen, wo sie ihre Kinder unterbringen können, weil Plätze in Tagesstätten fehlen, zu wenig Tagesmütter verfügbar sind, und andere ähnlich gelagerte Fälle, die es zu Tausenden in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation gibt?
„Viele Tausende denken wohl: Wie schön, dass Girlan so viele Weinkatakomben aufweist und sich leisten kann, für ihre Verbindung und Aufwertung 12 Millionen Euro auszugeben. Aber könnten heute diese Millionen nicht anderen, dringenden und echten sozialen Zweckbestimmungen zugeführt werden? Weiter stellt sich die Frage, ob es in unserem Land nicht Prioritäten gibt, die vor allen anderen stehen müssten. Die Politik sollte die wirtschaftliche und soziale Lage so ernst nehmen, wie es die davon betroffenen Menschen tun", sagt Georg Pardeller.

