SOLIDARITÄT: Eine Gesellschaft ist solidarisch, wenn ihre Mitglieder einander helfen, indem sie gemeinsam an den Säulen der eigenen Existenz arbeiten und auch Andere akzeptieren.
Meine Visionen
Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen. Man kann sie auch Visionen nennen, vor allem dann, wenn es sich um Zukunftsvorstellungen handelt, also um Dinge, die noch nicht verwirklicht sind und Gegenstand von Planung, auch Wunschdenken und Träumen bilden.
Meine weltweite Vision ist schnell gesagt: Frieden zwischen allen Völkern, soziale Sicherheit, gesichertes Einkommen für alle in Vollbeschäftigung, wachsende Bildung für alle, Erkennung und Verteidigung der Grundwerte, welche das menschliche Leben bestimmen.
Für Südtirol habe ich meine besonderen und auch erheblich umfangreicheren Visionen. Ich stelle voraus, dass ich mit der Gesellschaft, so wie sie sich heute bietet, nicht immer einverstanden bin. Es gibt noch zu viele negative Seiten. Da Visionen zumeist etwas Positives, Hoffnungsvolles sind, möchte ich Visionen auch als „Vorausschau, bei der möglichst wenig Negatives" vorkommt, bezeichnen.
In dieser Hinsicht bleiben meine Visionen bezüglich Südtirol eher vorsichtig. Denn in den letzten Zeiten haben manche unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger Eigenschaften an den Tag gelegt, die nicht immer zur Hoffnung reizen.
- Unsere Gesellschaft ist eine egoistische Gesellschaft geworden. Jeder schaut auf sich selbst und neidet dem Nächsten seine Erfolge. Es besteht wenig Bereitschaft, die Solidarität, auch jene zum gerechten Teilen, in die Tat umzusetzen.
- Viel Neid und Missgunst gibt es in der Politik. Was sich teilweise im Südtiroler Landtag abspielt, unterstreicht meine Sorgen. Das Klima ist oft vergiftet. An die Stelle der demokratischen Auseinandersetzung ist längst systematische Zersetzung getreten.
- Fanatismen und Populismen feiern Urstände. Wer mehr schreit und mault, wer den Gegner am lautesten schlecht zu machen versucht, schwimmt obenauf. Die Extremismen nehmen zu.
- Diese Situation wird von den Medien breit getreten. Sie machen sich ihre Aufgabe fürwahr leicht. Alles und alle schlecht machen, das und die ihnen nicht in den Kram passen, ist an der Tagesordnung. Das Verantwortungsgefühl geht mehr und mehr verloren und macht immer mehr der Oberflächlichkeit Platz. Von ethischem Bewusstsein ist längst keine Rede mehr. Es gäbe so vieles zu tun, um die Gesellschaft für eine Wertekultur zu gewinnen.

