SOZIALES: Eine Gesellschaft ist sozial, wenn ihre Mitglieder alle sozialen Rechte und Maßnahmen beanspruchen können: Arbeit, Wohnung, Gesundheitsvor- und Fürsorge und Rente.
Wohnung
Ein festes und sicheres Dach über dem Kopf für sich und für die Familie ist Zeichen der Lebensqualität und des Wohlfühlens einer jeden Gesellschaft. Daher gehört zu einer echten Sozialpolitik in einer demokratischen Gesellschaft auch eine entsprechende Wohnbaupolitik. Ihre Grundlage muss sein: Jeder Mensch, der arbeitet, muss in die Lage versetzt werden, sich eine Wohnung zu beschaffen. Eine würdige und leistbare Wohnung.
Die Südtiroler Wohnbaupolitik gehört sicher zu den besten, die es im Alpenraum gibt. Beweis dafür ist auch, dass der Anteil der Menschen mit einer Eigentumswohnung in unserem Land besonders hoch ist. Ein wenig gehören die eigenen vier Wände in Südtirol zum Volkscharakter. Die Landespolitik hat das berücksichtigt und die Voraussetzungen geschaffen: durch Fördermaßnahmen, durch die Ausweisung von Wohnbauzonen, durch die Begrenzung des so genannten freien Wohnbaues, durch gezielte Maßnahmen zugunsten jener, die ein geringeres Einkommen haben, aber dennoch die langen und mühsamen Wege des Sparens und Ratenrückzahlens zu gehen bereit sind, um die vier Wände, in denen sie leben, ihr Eigen nennen zu können.
Ich habe es in meiner Gewerkschaftszeit und anschließend, seit meiner Wahl in den Südtiroler Landtag, immer als eine sehr wichtige Aufgabe empfunden, die Arbeiterschaft in ihrem Streben nach einer eigenen Wohnung zu fördern. Die Landespolitik trägt diese soziale Linie weitgehend voran.
Mit einem Umstand allerdings haben wir in Südtirol immer zu kämpfen: Die Verlockung, die Preise der Baugründe ständig in die Höhe zu treiben und auch die Baukosten möglichst ertragreich zu halten, ist immer fühlbar. Dahinter steckt der Gedanke, dass Bauwirtschaft ein Geschäft sein muss. Deshalb ist die Wohnung in Südtirol auf jeden Fall nicht billig. Die Sozialwohnung aber sollte preiswerter sein. Das bleibt ein großes politisches Anliegen.

